Kinder(und)Kirche.

Etwas was mir sehr gefehlt hat in den letzten Monaten sind Kinder. Sonst leite ich regelmässig Anlässe für Kids in der Kirchgemeinde. Corona kam und es wurde alles abgesagt. Macht ja Sinn. Aber ich habe gemerkt wie sehr mir die tollen Kids, ihre Fantasie, ihre Fragen und die gemeinsame Zeit fehlen.

Ich verheddere mich manchmal in meinen Gedanken, und wenn ich Zeit mit Kindern verbringe lerne ich immer wieder neu, einfach im Jetzt zu leben.

Klingt nach Klischee? Vielleicht.

Aber ich erlebe es immer wieder.

Ich merke, zu einem guten und erfüllten Leben gehören für mich Kinder dazu.Die müssen nicht zwingend „meine eigenen“ sein.

Man sagt ja so schön:

„Um ein Kind aufzuziehen braucht es ein ganzes Dorf.“

Und manchmal vermisst das „Dorf“ eben auch seine Kinder.

Als Single mit vielen Freunden die (noch) keine Kids haben kommen sie in meinem Alltag nicht automatisch vor. Kirche erlebe ich immer wieder als einer der Orte, wo ich in Kontakt komme mit den Generationen die ich sonst weniger sehe.

Und das liebe ich sehr!

Es erinnert mich auch daran, wie wir bei der Taufe von Kindern im Gottesdienst der Tauffamilie zusprechen: als Gemeinde stehen wir euch bei.

Als Christ*innen sind wir eine grosse Familie und das heisst auch, dass man sich umeinander kümmert.

Und das möchte ich auch ernst nehmen.

Manchmal ärgert und schmerzt es mich sehr, dass die Kirchge keine Angebote hat, die für meine Altersgruppe sind. Sind wir euch wirklich so egal? Und ich verstehe schon, wieso viele junge Menschen deshalb Kirche nicht relevant für ihr Leben erleben. Ich verstehe es so gut. Und es fehlt der Kirche ein vitaler Teil, wenn diese Generation nicht da ist.

Aber mal ehrlich, ich persönlich brauche eigentlich kein Angebot, wo ich noch einmal mit Leuten in meinem Alter über Glaubensthemen rede. Dazu habe ich bereits Freude, Studienkollegen usw.

Was ich brauche sind sie Gottesdienste voller grauhaariger Senioren die im Kirchenkaffee von ihrem Leben erzählen, KinderWeihnachtsMusicals, und Taizéandachten wo ich mit Leuten bin, die im Alter meiner Eltern sind.

Und ich brauche diese Kinderwoche, wo ich endlich wieder von zu vielen Kindern zugetextet werde. Den ganzen Tag nur die Minuten auf dem Klo ganz alleine bin. Wo ich den Hosenboden voller Kreide habe, die Wangen rot vom vielen draussen sein, ein volles Herz vom Kinderlachen und die Gedanken im Jetzt. Ja, genau das.

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