Göttliche Schwester.

Sprache schafft Realität. 

Wenn ich etwas gelernt habe während den letzten Jahren in meinem Studium, dann ist es, wie sehr Sprache uns beeinflusst. Sie hat grossen Einfluss darauf, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen. Ich meine in Kirchengeschichte sehen wir das immer wieder, wie es manchmal nur wenige Buchstaben braucht um riesige Konsequenzen auszulösen! (googelt mal „Filioque“) 

In meinem kleinen Text geht es darum wie sehr die Sprache beeinflusst wie ich von Gott denke. Und wie mir Sprache manchmal ganz neue Wege zu Gott gezeigt hat.  Aber manchmal sind die Grenzen der Sprache (oder der Theologie) wie Glastüren… Wenn man die gewohnten Wege geht, scheint alles ganz klar und ich merke gar nicht, dass da überhaupt ein Hindernis ist. Bis ich vom gewohnten Weg abweiche und ich dann mit der Nase dagegenlaufe…

Tja so ist es mir kürzlich gegangen, auf einer Zugfahrt habe ich plötzlich etwas realisiert und dabei ist folgender Text entstanden. Es ist irgendetwas zwischen Tagebucheintrag, Gedicht und Gebet. Er hat keinen Anspruch auf theologische Richtigkeit. Aber vielleicht hilft es jemandem, nicht mit der Nase in die Glastür hineinzurennen wie ich! 

 

Language matters.

Sprache. Pronomen. Sie. Er. Es.

Es macht eben einen Unterschied.

Und irgendwie hat es doch 24 Jahre gedauert, bis ich darüber nachdenke ob Jesus nicht auch wie eine Schwester sein könnte.

Christus unser Bruder. Ja, das habe ich schon oft gehört – aber wie das halt so ist: Ich habe keinen Bruder. Deshalb ist die biblische Aussage: „Christus unser Bruder“ nicht etwas, dass mir Jesus näher bringt. Sondern das Gegenteil.

Brüder, das haben andere Leute, ich nicht.

Tja. Pech gehabt.

Und obwohl ich echt viel über Gott nachdenke und auch der Gedanke, dass Gott auch darüber steht einfach männlich oder weiblich zu sein, nicht neu ist. Trotzdem habe ich noch nie ernsthaft darüber nachgedacht, ob Gott, wenn er wie ein Bruder für uns ist, auch wie eine Schwester sein könnte…

 

Gott. Als Schwester. Als Freundin und Gefährtin.

Umarmen. Lachen. Weinen.

Sein können. Genau wie ich bin.

Und doch sieht sie. Sie sieht mich über meine Grenzen hinaus und liebt doch auch die Macken, Schwächen und Ungereimtheiten.

Jesus. meine Schwester.

Plötzlich bist du nicht mehr der Gott, irgendwo im Himmel, für den ich Musik mache. Sondern du sitzt neben mir am Klavier und singst die göttliche 3. Stimme. Weil die 2. Stimme ist für meine irdische Schwester reserviert.

Ich stelle mir vor, wie wir dann zu dritt um das Klavier sitzen. Warmes Licht das von der Lampe über uns herunter strömt. Versunken in den Rausch der Musik – gemeinsam. Es ist ein Moment, wo man mit geschlossenen Augen viel klarer sieht. Nicht nur mit dem Herzen, sondern mit dem ganzen Körper, der mitschwingt.

Schwingt in der göttlichen Musik.

Du. Meine Schwester.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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