Was wär wenn?

Was wär wenn,

Wiehnachte nid

es Fescht vom Glitzer,

es Fescht vom Liecht

es Fescht von „ha“ wär?

Was wär wenn,

A Wiehnachte,

Kei Familie

Kei Gmeinschaft

Kei Friede isch?

Was wenn

Wiehnachte

E Ziit

Vor Lääri

Vor Dunkelheit

Vor Einsamkeit

Vor Armuet

Und vom Fähle isch?

Was isch, wenn üs a Wiehnachte

Ds Gloria im Hals stecke bliibt?

Und die 4 chliine Flämmii am Adväntschranz nid gnue gäge d Dunkelheit i üs inne sy?

Was wär wenn,

D Hirte, d Könige, dr Ochs dr Esel und alli Engel im Stall vo Behtlehem underm Stärn warte – aber Maria, Josef und Jesus eifach nid chöme?

Was wär denn?

Kirchen sind Anker

Unsplash – Rostyslav Kondrat

Kirchen sind Anker.

Oft liegen sie schon seit Jahrhunderten am Grunde des Ozeans unserer Realität.

Hohe Türme, die über die Alltäglichkeit hinausragen.

Sie ankern tief in ihrer umliegenden Nachbarschaft. Sind Anhaltspunkt für Liebe, Tod, Trauer, Feste und Stille.

Gaben mit den Glocken den Rhythmus für den Tag.

Und heute liegen sie manchmal da, wie alte, verrostete und überwucherte Anker.

Mit den Algen der Städte; Staubgrau und Grünspahntürkis kauern sie zwischen den Wolkenkratzern. Oder ragen noch heute eindrucksvoll über die anderen Häuser.

Es sind Anker mit unsichtbaren Ankerketten aus Gebet und Musik, festgemacht im Himmel.

Einst waren diese Ketten aus dicken Stahlgliedern, voller Autorität geschmiedet aus Kirchenrecht, Staatsmacht und grossen, vollmundigen Glaubensbekenntnissen.

Heute sind die Ankerketten anders geworden.

Geknüpft aus farbigem Garn, wie die Freundschaftsarmbänder im Sommerlager.

Gewoben mit „Kirchen sind Anker“ weiterlesen

Sternenkind

Es ist schon ein merkwürdiger Zufall, dass ich genau  heute diesen Text veröffentliche.  Die Idee habe ich schon eine Weile mit mir herumgetragen und ausgerechnet in den letzten zwei Tagen hat er seinen Weg aus meinem Kopf auf Papier und auf den Bildschirm gefunden. Und heute realisiere ich, dass es der 15. Oktober der „Pregnancy and Infant Loss Remembrance Day“ ist. Im Deutschen wird auch der Begriff „Sternenkind“ benutzt, für Kinder die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Und von so einem Sternenkind möchte ich euch erzählen: 

 

Hallo Lea.

Du Sternenkind.

Ich stelle mir vor, dass du irgendwo da oben bist.

Frei in der Weite des Himmels.

Umhüllt in die Wärme der Sterne.

 

Du hast den gleichen Namen wie ich, hast du das gewusst?  Also bist du schon fast wie eine Schwester für mich. Eine Namensschwester.

Ich weiss nicht, wie lange du bei uns auf der Erde warst, aber lange war es nicht. Sternenkind. Das klingt schon so, als wärst eine Himmelsbürgerin und nur für einen kurzen Besuch hier auf der Erde gewesen.

Aber keine Angst, „Sternenkind“ weiterlesen

Göttliche Schwester.

Sprache schafft Realität. 

Wenn ich etwas gelernt habe während den letzten Jahren in meinem Studium, dann ist es, wie sehr Sprache uns beeinflusst. Sie hat grossen Einfluss darauf, wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen. Ich meine in Kirchengeschichte sehen wir das immer wieder, wie es manchmal nur wenige Buchstaben braucht um riesige Konsequenzen auszulösen! (googelt mal „Filioque“) 

In meinem kleinen Text geht es darum wie sehr die Sprache beeinflusst wie ich von Gott denke. Und wie mir Sprache manchmal ganz neue Wege zu Gott gezeigt hat.  Aber manchmal sind die Grenzen der Sprache (oder der Theologie) wie Glastüren… Wenn man die gewohnten Wege geht, scheint alles ganz klar und ich merke gar nicht, dass da überhaupt ein Hindernis ist. Bis ich vom gewohnten Weg abweiche und ich dann mit der Nase dagegenlaufe…

Tja so ist es mir kürzlich gegangen, auf einer Zugfahrt habe ich plötzlich etwas realisiert und dabei ist folgender Text entstanden. Es ist irgendetwas zwischen Tagebucheintrag, Gedicht und Gebet. Er hat keinen Anspruch auf theologische Richtigkeit. Aber vielleicht hilft es jemandem, nicht mit der Nase in die Glastür hineinzurennen wie ich! 

 

Language matters.

Sprache. Pronomen. Sie. Er. Es.

Es macht eben einen Unterschied.

Und irgendwie hat es doch 24 Jahre gedauert, bis ich darüber „Göttliche Schwester.“ weiterlesen

– ohne Worte –

 

Eine Meditation zur ersten Berner These:

In einer Übung in meinem Theologiestudium wurde uns die Hausaufgabe gestellt, eine persönliche Meditation zu der ersten Berner These und zu unserem Verständnis des Begriffs „Wort Gottes“ zu schreiben.

( Fun fact: In der Übung hat der Dozent gefragt, ob jemand seine Meditation vorlesen wolle, alle haben leicht verlegen auf die Tischplatte geschaut und keinen Mucks gemacht – mich eingeschlossen. Aber diesen Text ins Internet zu stellen, wo ihn theoretisch jeder lesen kann, anstatt ihn 10 Leuten vorzulesen fällt mir deutlich leichter…  Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich ihn relativ persönlich finde und wir in den Veranstaltungen unserer Uni generell eher zögerlich die ganz persönlichen Glaubensstatements oder unsere existentiellen Zweifel diskutieren. Das machen wir dann inoffiziell unter uns Studenten, ohne die Profs, in der Mensa! )

Zurück zum Thema:

Die Berner Thesen waren sozusagen Abschluss des Reformationsprozesses im Hoheitsgebiet von Bern im Jahr 1528. Kurz und prägnant, in 10 Thesen wird nun also der Gehalt der Reformation für Bern dargelegt.

Was geht mir durch den Kopf, wenn ich über den Begriff „Wort Gottes“

„– ohne Worte –“ weiterlesen

Kann mir bitte mal jemand Ostern erklären?

Dieser sehr persönliche und ehrliche Blogbeitrag kommt mal nicht von mir, sondern von einer Kollegin (im Unislang würde man dazu Kommilitonin sagen) Evelyne Baumberger studiert in Zürich Theologie (4. Semester) und lustigerweise haben wir uns online auf Twitter kennengelernt und erst vor einigen Wochen haben wir uns zum ersten Mal so richtig live und real gesehen! Und dank diesem Treffen, findet ihr jetzt auch diesem wunderbaren Text hier bei mir! 

Ihr findet Evelyne auf Twitter unter @evelyne_lynn und ich bin sicher, sie freut sich auch über Kommentare hier auf dem Blog und Reaktionen auf Social Media! 

Dieser Text passt für mich wunderbar zum Karsamstagabend, genau in die Mitte zwischen Karfreitag und Ostern. Mitten hinein in die Zeit, wo man sich nicht sicher ist, ob das Licht wirklich kommt, ob das Leben wirklich das letzte Wort hat….

 

Kann mir bitte mal jemand Ostern erklären?

Karfreitag und Ostern sind für mich immer recht unbequeme Tage. Ich komme ihrer Bedeutung einfach nicht auf die Spur. Ich verbringe die Tage „Kann mir bitte mal jemand Ostern erklären?“ weiterlesen

Liebe Professoren & Professorinnen

Ein offener Brief an alle Professoren, Professorinnen, Dozenten und Dozentinnen, Assistenten und Assistentinnen, Pfarrerinnen und Pfarrer, die Theologie unterrichten.

Liebe Professorinnen* und Professoren

Euer Job und eure Aufgabe ist sicher nicht immer leicht, und gerade als Student/Studentin kritisiert man sehr oft, in der Vorlesung und ausserhalb, deshalb möchte ich hier, zum Beginn des neuen Semesters, einfach mal DANKE sagen!

Danke an alle Professoren, die Theologie „Liebe Professoren & Professorinnen“ weiterlesen